Krankenhaus in Italien an Weihnachten: Unsere Erfahrung im Notfall

Krankenhaus in Italien an Weihnachten: Unsere persönliche Erfahrung

Weihnachten stellt man sich anders vor. Ruhe, Familie, Zusammensein. Für uns endete dieser Tag jedoch im Krankenhaus, nach einem Unfall mit unserem Sohn. Es war unser erster echter Kontakt mit dem italienischen Gesundheitssystem und wir wussten in diesem Moment nicht, was uns erwartet.

Der Moment, in dem klar war: Wir müssen ins Krankenhaus

Es war schnell klar, dass wir nicht warten konnten. Wir hatten keinen Hausarzt, keine Erfahrung mit dem Ablauf in Italien und standen vor der Entscheidung, direkt ins Krankenhaus zu fahren. In solchen Momenten denkt man nicht an Bürokratie, sondern nur daran, dass dem eigenen Kind geholfen wird.

Pronto Soccorso: Die Notaufnahme in Italien

In Italien geht man bei einem Notfall direkt in die Notaufnahme, den Pronto Soccorso. Eine Überweisung ist nicht nötig. Auch an Feiertagen ist die Notaufnahme besetzt.

Nach der Anmeldung wurde unser Sohn zunächst eingeschätzt. In Italien wird nach einem Farbsystem priorisiert, je nachdem wie dringend der Fall ist. Auch wenn es Wartezeiten gibt, läuft dieser Prozess strukturiert ab.

Warten, Unsicherheit und Vertrauen

Warten im Krankenhaus mit einem verletzten Kind fühlt sich immer zu lang an. Gerade an Weihnachten, fern von Familie und ohne vertrautes System. Trotzdem hatten wir das Gefühl, dass unser Sohn ernst genommen wurde.

Das medizinische Personal war ruhig, professionell und klar. Sprachlich war nicht alles perfekt, aber ausreichend, um Vertrauen aufzubauen.

Untersuchung und Behandlung

Die Untersuchung verlief gründlich. Es wurde nichts überstürzt, aber auch nichts auf die lange Bank geschoben. Für uns war wichtig zu sehen, dass die medizinische Versorgung unabhängig vom Feiertag funktioniert.

Kosten und Abrechnung

Ein Punkt, der viele verunsichert: die Kosten. Die komplette Behandlung unseres Sohnes war kostenfrei. In Italien sind Notfälle und Behandlungen von Kindern in der Regel abgedeckt, sobald man im Gesundheitssystem registriert ist.

Es gab keine Diskussionen, keine Vorauszahlungen, keinen Papierkrieg in diesem Moment.

Was wir aus diesem Tag gelernt haben

Dieser Krankenhausbesuch hat uns gezeigt, dass Notfälle in Italien funktionieren, auch an Feiertagen. Gleichzeitig wurde uns klar, dass das Krankenhaus wirklich nur für akute Situationen gedacht ist.

Für alles Weitere, für Nachsorge, Rezepte oder kleinere Beschwerden, braucht man zwingend einen Hausarzt. Diese Erkenntnis kam bei uns erst nach diesem Erlebnis.

Unser persönliches Fazit

Niemand möchte Weihnachten im Krankenhaus verbringen. Aber wenn es passiert, ist es beruhigend zu wissen, dass Hilfe da ist. Unser Vertrauen in das italienische Gesundheitssystem ist an diesem Tag gewachsen.

Unser wichtigster Tipp aus eigener Erfahrung: Kümmert euch frühzeitig um organisatorische Dinge wie Hausarzt und Anmeldung, damit man im Ernstfall einen klaren Kopf behalten kann.