Schulsystem in Italien: Alles, was du vor dem Auswandern wissen musst
Wie funktioniert das Schulsystem in Italien? Wir erklären alles Wichtige über Schularten, Homeschooling, Ferien und Ausbildung – ideal für Familien, die nach Italien auswandern.
20. August 2025

Schule in Italien: Alles, was du wissen solltest (vor dem Auswandern mit Kindern)
Wer mit Kindern nach Italien auswandert, stellt sich früher oder später die Frage: Wie funktioniert eigentlich das Schulsystem in Italien? In diesem Beitrag fassen wir unsere bisherigen Erfahrungen und Recherchen zusammen – von Schularten und Ferien bis hin zu Ausbildung und Homeschooling.
1. Schularten in Italien: Diese Möglichkeiten gibt es
- Staatliche Schulen (Scuole Statali): kostenlos, Materialien müssen selbst gekauft werden
- Private Schulen: meist katholisch geprägt, kostenpflichtig
- Internationale Schulen: Unterricht auf Englisch, Deutsch oder Französisch
- Montessori / Waldorf: selten, meist privat
- Homeschooling: erlaubt, aber mit jährlichen Prüfungen
2. Aufbau des italienischen Schulsystems
Die Schulpflicht gilt in Italien von 6 bis 16 Jahren.
3. Die Oberschule: Was wählt man?
Ab Klasse 9 wählen Schülerinnen und Schüler zwischen folgenden Wegen:
- Liceo: akademisch/theoretisch (z. B. Liceo Scientifico, Classico, Linguistico, Artistico)
- Istituto Tecnico: technisch/wirtschaftlich
- Istituto Professionale: praktisch/berufsnah mit Praktika
Nach fünf Jahren folgt die Abschlussprüfung: Esame di Stato (Maturità = italienisches Abitur).
4. Homeschooling in Italien
- Offiziell erlaubt, aber Anmeldung bei Schulbehörde notwendig
- Eltern müssen Bildungsfähigkeit nachweisen
- Jährliche Prüfung in staatlicher Schule verpflichtend
- Bei Bestehen: offizieller Abschluss wie in Regelschule
5. Schulalltag und Ferien
- Schulzeiten: meist 8–13 Uhr
- Samstagsunterricht ist weit verbreitet (vor allem an Oberschulen)
- Schulmaterialien: Bücher und Co. müssen selbst gekauft werden
- Hausaufgaben: Standard, oft umfangreich
- Grundschule: oft Kittel (grembiule) statt Uniform
Ferienzeiten (regional unterschiedlich):
- Sommerferien: ca. 3 Monate (Mitte Juni bis Mitte September)
- Weihnachtsferien: ca. 2 Wochen
- Osterferien: meist nur 4–5 Tage
- Patronatsfeste: 1 lokaler Feiertag pro Stadt
6. Ausbildung in Italien – wie funktioniert das?
- Istituto Professionale: schulisch-praktisch ab 14 Jahren
- Regionale Berufsausbildung (3 Jahre): Formazione Professionale
- ITS: 2-jährige Fachausbildung nach Maturità mit Firmenkontakt
- Apprendistato: Sondervertrag mit steuerlichen Vorteilen
Es gibt keine klassische duale Ausbildung wie in Deutschland.
7. Feiertage: Wer hat mehr – Italien oder Deutschland?
- Italien: 12 nationale Feiertage + 1 lokaler Feiertag = 13
- Deutschland: je nach Bundesland zwischen 9 und 14
Fazit: Italien hat mehr Feiertage als die meisten Bundesländer – außer Bayern.
Fazit
Das italienische Schulsystem ist anders – nicht besser oder schlechter, einfach anders. Wer mit Kindern auswandert, sollte sich früh informieren und flexibel bleiben. Wir stehen selbst noch am Anfang und berichten weiter, sobald der Schulstart bei uns beginnt.
Fragen oder eigene Erfahrungen? Schreib uns gerne in die Kommentare – wir freuen uns auf den Austausch.
Häufige Fragen zur Schule in Italien
FAQ · aus unserer Erfahrung
- Ab welchem Alter beginnt die Schule in Italien?
- Die Schulpflicht startet mit 6 Jahren in der Scuola primaria und gilt bis 16. Davor besuchen viele Kinder ab 3 Jahren die Scuola dell’infanzia (vergleichbar mit dem Kindergarten).
- Welche Unterlagen brauchen wir für die Einschulung in Italien?
- In der Regel: Reisepass oder Geburtsurkunde des Kindes, Codice Fiscale, Impfnachweise, Wohnsitznachweis (residenza) und ggf. Zeugnisse aus Deutschland mit beglaubigter Übersetzung. Die genauen Anforderungen variieren je nach Schule und Region.
- Müssen Zeugnisse aus Deutschland übersetzt werden?
- Ja, meistens werden italienische Übersetzungen benötigt – je nach Schule offiziell beglaubigt. Wir empfehlen, das frühzeitig vor dem Schulstart zu klären.
- Ist Homeschooling in Italien erlaubt?
- Ja, Homeschooling (istruzione parentale) ist möglich, muss aber jährlich bei der Schulbehörde angemeldet werden. Eltern müssen die Bildungsfähigkeit nachweisen, und das Kind legt am Ende des Schuljahres eine Prüfung an einer staatlichen Schule ab.
- Wie schnell lernen Kinder Italienisch in der Schule?
- Aus dem, was wir in unserem Dorf erleben: schneller als die meisten Eltern. Im Schulalltag, mit gleichaltrigen Kindern und ohne Druck saugen Kinder die Sprache regelrecht auf – wenn man sie machen lässt.

