Familienleben

Kindergarten in Italien: Kosten, Ablauf und unsere Erfahrungen aus dem Cilento

Was der Kindergarten in Italien kostet, wie der Tag bei uns abläuft und was uns als deutsche Familie im Cilento überrascht hat – mit unseren echten Zahlen.

7 Min. Lesezeit

Kindergarten in Italien: Kosten, Ablauf und unsere Erfahrungen aus dem Cilento

Kindergarten in Italien – die kurze Antwort

Kurz gesagt: Der Kindergarten in Italien heißt scuola dell’infanzia, ist für Kinder von drei bis sechs Jahren gedacht und gehört zum Bildungssystem, nicht zur reinen Betreuung. Bei uns im Cilento ist die Betreuung selbst kostenlos. Wir zahlen rund 40 € im Monat für die Mensa und 20 € für den Schulbus, dazu einmalig 12 € für die Pflichtuniform, etwa 25 € Startmaterial und 12 € für ein Arbeitsheft. Unsere Kinder sind von 8:30 bis 16:30 Uhr dort.

Alles, was wir hier über Kosten, Zeiten und Abläufe schreiben, ist unsere Erfahrung an unserem Ort im Cilento. Italien regelt vieles rund um Kindergarten und Kita auf kommunaler Ebene, deshalb kann das in einer anderen Region oder sogar im Nachbarort anders sein.

Wie der Kindergarten in Italien aufgebaut ist

Die scuola dell’infanzia ist der Kindergarten für Kinder ab drei Jahren. Sie ist nicht verpflichtend, wird aber von den meisten Familien genutzt und ist organisatorisch an das Schulsystem angebunden. Für jüngere Kinder gibt es den asilo nido, die Krippe. Dazu können wir aus eigener Erfahrung nichts sagen, weil unsere Kinder direkt in die scuola dell’infanzia gestartet sind.

Weil der Kindergarten in Italien schon zum Bildungsweg gehört, läuft vieles ähnlich wie in der Schule: Anmeldung über das Sekretariat, Schulbus, Mensa, Ferienkalender. Wenn du wissen willst, wie es danach weitergeht, haben wir das italienische Schulsystem separat aufgeschrieben.

Was der Kindergarten bei uns kostet

Das war für uns eine der größten Überraschungen: Die Betreuung an sich kostet uns nichts. Wir zahlen keinen monatlichen Kindergartenbeitrag. Was wir zahlen, sind Essen, Transport und Material.

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Betreuung, Mensa und Schulbus

  • Betreuung: bei uns kostenlos.
  • Mensa: rund 40 € pro Monat, abgerechnet über Essens-Tickets.
  • Schulbus: rund 20 € pro Monat.

Das Mensasystem finden wir ziemlich praktisch. Wir kaufen Tickets, und bezahlt wird nur, wenn unser Kind tatsächlich mitisst. Wenn es krank ist oder wir es früher abholen, verfällt nichts.

Uniform und Material zum Start

Vor dem Start kamen einmalige Kosten dazu: 12 € für die Pflichtuniform, etwa 25 € für das Startmaterial und 12 € für ein Arbeitsheft. Die Uniform ist bei uns wirklich Pflicht, im Sommer wird sie durch weiße T-Shirts ersetzt statt der langärmeligen Variante.

Warum unsere Kosten nicht für ganz Italien gelten

Wir lesen unsere Zahlen oft als „so ist das in Italien“ zurück, und das stimmt so nicht. Mensa, Schulbus und Materialkosten werden vor Ort festgelegt. In einer größeren Stadt oder in einer anderen Region können die Beträge deutlich anders aussehen. Unsere Zahlen sind ein realer Anhaltspunkt aus einem Dorf im Cilento, keine landesweite Preisliste.

Betreuungszeiten und Tagesablauf

Unsere Kinder sind von 8:30 bis 16:30 Uhr im Kindergarten. Das ist für uns ein voller Tag, mit dem wir gut planen können. Morgens bringt der Bus die Kinder hin, nachmittags kommen sie wieder zurück, dazwischen liegen Spielen, Basteln, Mittagessen in der Mensa und im letzten Jahr auch schon kleine Lernaufgaben.

Der Schulbus, der die Kinder zuhause abholt

Bei uns fahren kleine Busse durch die Dörfer. Sie holen die Kinder direkt bei uns zuhause ab und bringen sie nachmittags wieder zurück. Für uns war das anfangs ungewohnt, inzwischen möchten wir es nicht mehr missen, gerade weil hier vieles verstreut liegt.

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Anmeldung: Comune, Sekretariat und unser Stolperstein mit den Namen

Die Anmeldung läuft in Italien über den Comune beziehungsweise das Schulsekretariat. Als Neuankömmlinge haben wir sie direkt über das Sekretariat gemacht, weil wir mitten im Jahr dazugekommen sind.

Ein Punkt hat uns dabei richtig Zeit gekostet: Die Namen der Kinder mussten exakt so angegeben werden, wie sie im Ausweis stehen, inklusive Zweitname. Bei uns hat das zusätzliche Wege bedeutet, weil zuerst eine andere Schreibweise im System stand. Wenn du also anmeldest: Ausweis danebenlegen und Buchstabe für Buchstabe übernehmen.

Was wir vorher brauchten

Ohne finalen Mietvertrag war unsere Anmeldung für Kita und Schule zunächst nicht möglich. Der Wohnsitz hängt hier an sehr vielen Dingen dran, deshalb war das für uns der erste Schritt, bevor überhaupt etwas anderes ging.

Genauso wichtig war die italienische Steuernummer. Ohne Codice Fiscale kommt man in Italien bei kaum einem Amtsgang weiter.

Was uns im italienischen Kindergarten überrascht hat

Das Lernniveau im letzten Kindergartenjahr

Im letzten Kindergartenjahr haben wir Arbeitsblätter mit Buchstaben, Zahlen und ersten Schreibübungen erlebt. Das hat uns wirklich überrascht. Wir persönlich empfanden das für Vier- und Fünfjährige als ganz schön anspruchsvoll, gerade im Vergleich zu dem, was wir aus Deutschland kannten.

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Es wird ständig gefeiert

Feste und Traditionen spielen in unserem Kindergarten eine große Rolle, dazu wird viel gemalt, gebastelt und gesungen. Es vergeht kaum ein Monat ohne Anlass, und die Kinder sind mittendrin. Das ist einer der Punkte, die unsere Kinder hier am meisten lieben.

Der erste Kindergartentag – und wie unsere Tochter Italienisch gelernt hat

Der erste Kindergartentag war für uns emotional. Anspannung, Zweifel und Tränen gehörten dazu, ehrlicherweise nicht nur bei den Kindern. Am Nachmittag kamen sie dann strahlend zurück, und damit war der größte Teil unserer Sorge weg.

Unsere Tochter ist ohne ein Wort Italienisch gestartet. Nach etwa fünf Monaten hat sie beim Spielen ganz selbstverständlich Italienisch gesprochen. Für uns war das der Moment, an dem wir gemerkt haben, dass der Weg funktioniert.

Ferien und Schließzeiten: unser erster italienischer Sommer

Bei uns sind es rund drei Monate Sommerferien, und eine Ferienbetreuung gibt es nicht. Das war die größte organisatorische Umstellung für uns als Familie, weil wir aus Deutschland kürzere Ferien mit Betreuungsangeboten kannten.

Praktisch heißt das: Der Sommer muss innerhalb der Familie gelöst werden. Wer nach Italien auswandert und beide arbeitet, sollte diesen Punkt sehr früh einplanen.

Kindergarten in Italien und Deutschland: Was für uns anders ist

Beim Vergleich Kindergarten Italien und Deutschland bleiben wir bewusst bei dem, was wir selbst erlebt haben. Unser persönlicher Eindruck: Die freien Tage sind hier anders über das Jahr verteilt. Der Sommer ist deutlich länger, dafür gibt es während des Jahres weniger längere Unterbrechungen.

  • Die Betreuung selbst kostet uns hier nichts, gezahlt werden Mensa, Bus und Material.
  • Uniform ist bei uns Pflicht, im Sommer in Form von weißen T-Shirts.
  • Der Bus holt die Kinder direkt zuhause ab.
  • Im letzten Jahr wird bei uns schon mit Buchstaben und Zahlen gearbeitet.
  • Der Sommer ist lang, eine Ferienbetreuung gibt es bei uns nicht.

Wie das an anderen Orten in Italien gehandhabt wird, wissen wir nicht aus eigener Anschauung. Eine allgemeine Übersicht zu Kita und Betreuung haben wir auf unserer Themenseite gesammelt.

Unser Fazit

Der Kindergarten war einer der Punkte, vor denen wir beim Auswandern mit Kindern am meisten Respekt hatten, und rückblickend einer der Bereiche, die am besten gelaufen sind. Die Kosten sind für uns überschaubar, der Tag ist lang genug zum Arbeiten, und unsere Kinder haben die Sprache nebenbei mitgenommen.

Was wir vorher gern gewusst hätten: dass ohne Mietvertrag nichts geht, dass Namen exakt stimmen müssen und dass der Sommer sehr lang wird.

Häufige Fragen

FAQ · aus unserer Erfahrung

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